Druck & Medien 2015

Die Studie „Druck und Medien 2015“ wurde federführend durch den Verband Druck + Medien NRW e.V. und der Bergischen Universität Wuppertal in Zusammenarbeit mit den Schwesterverbänden Nord, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin-Brandenburg durchgeführt.
Im Mittelpunkt der Kurzstudie stehen:

  • Die Situation der Druckindustrie 2015. Von Branchenexperten entworfene Thesen wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bis 2015 beurteilt.
  • Herausforderungen für die Branchenunternehmen. Eine Liste von Anforderungen, Zukunftsaufgaben und Kompetenzen Geschäftsfelder der Zukunft.
  • Neue Geschäftsfelder der Branche und angrenzender Sektoren wurden hinsichtlich ihrer Zukunftspotentiale bewertet.
  • Anforderungen an die Verbände Druck und Medien. Bewertet wurde, wie die Verbände ihre Mitgliedsunternehmen zukünftig optimal unterstützen können.

Die Ergebnisse sind nach Einschätzungen der Autoren in vielen Bereichen überraschend und spektakulär, manchmal alarmierend. In der Summe ergeben sich allerdings deutlich mehr Chancen als Risiken.

Befragungsergebnisse „Druck und Medien 2015“

Management-Summary - Eine empirische Erhebung auf der Basis von Entwicklungsthesen

Autoren: H.-R. Treichel. M. Rose, C. Bachem (2009)

Im Vorlauf des Projektes „Print goes Media“ wurde diese Pre-Study zur Identifizierung relevanter Zukunftsthemen für die Druck- und Medienwirtschaft durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Befragung gingen als Themenschwerpunkte in das Projekt ein. Befragt wurden ausgewählte Mitgliedsunternehmen einzelner Druck- und Medienverbände.
Teilnehmer – Daten und Strukturen

Zuordnung der teilnehmenden Unternehmen zu Branchensegmenten (Mehrfachnennungen waren dabei möglich)


Die Situation der Druckindustrie im Prognosezeitraum bis 2015
Die befragten Expertinnen und Experten aus der Unternehmenspraxis wurden zunächst gebeten, die Eintrittswahrscheinlichkeit unterschiedlicher Thesen – mit einem Prognosezeitraum bis 2015 – einzuschätzen. Nachfolgend wird zunächst ein Überblick über alle Antworten gegeben, sortiert nach der von den Expertinnen und Experten prognostizierten Eintrittswahrscheinlichkeit.
Herausforderungen für Branchenunternehmen und notwendige Kompetenzpotentiale
Die zuvor diskutierten Änderungen in den Geschäftsplattformen, branchenstrukturelle Umbrüche sowie weit reichende neue Anforderungen erzeugen auf der einzelwirtschaftlichen Ebene einen verstärkten Handlungsdruck. Mit den nachfolgenden Thesen wird diskutiert, in wie weit entsprechende Kompetenzen in den Unternehmen vorliegen und Potentiale für innovative Unternehmensentwicklungen bestehen. Zugleich wurde die Relevanz der einzelnen Kompetenzen für die Entwicklung und Positionierung in den Branchenstrukturen im Prognosezeitraum bis 2015 abgefragt. Ein zusammenfassender Überblick der Antworten gibt das nachfolgende Chart:
Insgesamt ergibt sich bei dieser Auswertung der zentralen Herausforderungen für die Branchenunternehmen eine hohe Relevanz für fast alle der abgefragten Aspekte, die sich aber keineswegs in den Kompetenzprofilen der Unternehmen widerspiegeln. Somit ergibt sich nach Einschätzung der befragten Expertinnen und Experten ein extrem hoher Handlungsbedarf zur Entwicklung von zukunftsorientierten Kompetenzen in vielen Unternehmen der Druck- und Medienwirtschaft.

Geschäftsfelder der Zukunft

Im Rahmen der vorn vorgestellten Auswertungsteile der Expertenbefragung wurde an verschiedenen Stellen bereits auf die Bedeutung von Produkt- und Serviceinnovationen für den zukünftigen Geschäftserfolg hingewiesen. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, neue Geschäftsfelder und Geschäftsfeldentwicklungsoptionen näher zu analysieren. Für den nachfolgenden Auswertungsteil wurde deshalb eine Auswahl solcher Geschäftsfelder zusammengestellt, die
  • aktuell neu in der Branche bereits eingeführt wurden,
  • als mögliche optionale Geschäftsfelder der Zukunft diskutiert werden oder
  • für die Weiterentwicklung des Produkt- und Leistungsspektrums der Druckindustrie möglicherweise von Interesse sein könnten – eine aktuelle Befassung mit den Thema findet aber in der Breite der Branche noch nicht statt.

„Klassische“ Geschäftsfelder der Druckindustrie wurden demgegenüber nicht in die Befragung aufgenommen. Dass die Geschäft sfelder, mit denen aktuell schwerpunktmäßig Umsätze und Geschäfte in der Druckindustrie gemacht werden, nicht aufgeführt wurden, soll keineswegs bedeuten, dass diese zukünftig keine Relevanz mehr besitzen. Es ist unbestritten, dass „klassische“ Druckerzeugnisse im Prognosezeitraum eine nach wie vor bedeutende Rolle spielen werden. Selbstverständlich sind z.B. der Verpackungsdruck oder andere spezialisierte Druckbereiche weit gehend abgekoppelt von den Trends, die im Mittelpunkt der vorliegenden Kurzstudie stehen.
Trotz der unbestrittenen Bedeutung von Druck: Neue Wertschöpfungspotentiale sind nur durch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Geschäftsfeldstrategien in wachstumsorientierten Bereichen zu schöpfen. Aus einer solchen Perspektive heraus ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit, sich auch mit Innovationsentwicklungen auseinanderzusetzen, die bislang noch an den Rändern der jetzigen Betätigungsfelder der Druckindustrie liegen. Besonders interessant ist die Frage, wie die aktuellen Portfolios durch neue Produkte und Dienstleistungen gegebenenfalls ergänzt werden können?

Vor diesem Hintergrund wurden die befragten Expertinnen und Experten aus der Unternehmenspraxis um eine Einschätzung gebeten, für welche Unternehmenstypen die skizzierten neuen Geschäftsfelder – im Prognosezeitraum bis 2015 – besonders interessant sein könnten. Nachfolgend wird ein Überblick über alle Antworten gegeben. Folgende thematische Cluster wurden dazu gebildet:
  • Geschäftsfelder, die für die gesamte Branche interessant sind
  • Geschäftsfelder für Spezialisten
  • Online-Dienstleistungen in der Druckindustrie
  • Geschäftsfelder, deren Positionen sehr unterschiedlich eingeschätzt werden
Geschäftsfelder der Zukunft
Anforderungen an Verbände: Druck und Medien 2015
Die bereits diskutierten Herausforderungen für die Akteure der Druck- und Medienwirtschaft in Technologien, Märkten und Kompetenzen wirken sich auch auf die zukünftigen Aufgaben der Druck- und Medienverbände aus. Nachfolgend ist dargestellt, wie die Teilnehmer/innen der Befragung unterschiedliche, z.T. neu definierte Aufgaben der Druck- und Medienverbände bewerten.